Per App aufs Leihrad
So funktioniert das neue Bikesharing-System in Achim und Ottersberg
Achim/Ottersberg. Mit einem neuen Bikesharing-System wollen die Stadt Achim und der Flecken Ottersberg künftig den Alltag ihrer Bürger flexibler und klimafreundlicher gestalten (wir berichteten hier ). „Wir wollen nachhaltiges Fortbewegen belohnen“, betont Stefanie Schleef von der kommunalen Zusammenarbeit „AzweiO“. Doch wie genau funktioniert das Ausleihen der Räder eigentlich?
Warum setzen die Kommunen auf Fahrrad-Sharing-Systeme?
Die Kommunen verfolgen damit gemeinsam das Ziel, klimafreundliche Fortbewegung alltagstauglicher zu machen. Ein großer Vorteil liegt in der sogenannten „letzten Meile“: Viele Pendler fahren mit dem Zug bis zum Bahnhof und legen die letzten Kilometer mit dem Fahrrad zurück, erklärt Schleef. Statt ein eigenes Rad mitzunehmen oder auf den Bus zu warten, genügt ein Leihrad vor Ort.
Wie viele Fahrräder stehen zur Verfügung?
Insgesamt umfasst das Bikesharing-System 115 Fahrräder in beiden Kommunen. Die Flotte besteht allerdings nicht nur aus klassischen City-Rädern. Auch E-Bikes und Lastenräder gehören zu dem Angebot. Während die normalen Fahrräder vor allem für kurze Alltagswege gedacht sind, sollen die E-Bikes längere Strecken erleichtern. Die Lastenräder wiederum richten sich besonders an Familien und Menschen, die größere Einkäufe und Transporte erledigen möchten.
Wo können Interessierte die Fahrräder ausleihen?
Das öffentliche Fahrradsharing läuft seit Anfang des Jahres über die App „MoinMobil“ und den Anbieter nextbike. In der Weserstadt stehen die Fahrräder für die Öffentlichkeit an zentralen Standorten: an mehreren Punkten im Achimer Zentrum, am Bahnhofsvorplatz, in Bierden am E-Center und an der Aller-Weser-Klinik, in Uphusen gegenüber vom Netto sowie kurz vor der Autobahnauffahrt, am Rewe bei der Uesener Kreuzung, bei der Deutschen-Post-Filiale an der Verdener Straße, am Friedhof Baden, am Badener Bahnhof sowie an der Kindertagesstätte am Stadtwald. So können die verschiedenen Modelle unkompliziert per App ausgeliehen und zurückgegeben werden. Auch im Flecken Ottersberg ist man dem Konzept gefolgt. Dort stehen die Räder unter anderem bei Dodenhof, am Bahnhof sowie an der Hochschule für Künste.
Wie funktioniert die Nutzung von Leihfahrrädern konkret?
Gerade an Pendlerknotenpunkten verknüpft die „MoinMobil“-App unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander. Die Integration der Sharing-Systeme ist dabei umfassender als bei klassischen Fahrplan-Apps, so Schleef. Während andere Anwendungen lediglich Bus- und Bahnzeiten anzeigen, kombiniert die „MoinMobil“-App inzwischen Fahrradparkplätze sowie Car- und Bike-Sharing in einer gemeinsamen Oberfläche.
Um Räder in Achim und im Flecken Ottersberg ausleihen zu können, müssen Nutzer also zuerst die „MoinMobil“-App auf ihrem Smartphone herunterladen. Die Registrierung ist kostenlos, lediglich zur Verifizierung des Zahlungsmittels müssen Interessierte ein Fahrtguthaben von einem Euro hinterlegen, das später verfahren werden kann. Nach der Registrierung kann ein Fahrrad entsperrt werden. Die App zeigt verfügbare Räder in Echtzeit an, inklusive Standort und teilweise Batteriestatus bei E-Bikes. Die Ausleihe erfolgt über einen QR-Code am Fahrrad, sodass sich das Rahmenschloss automatisch öffnet. Abgerechnet wird digital über hinterlegte Zahlungsdaten.
Kann man auch die Fahrt pausieren, ohne die Ausleihe zu beenden?
Ja, auch das ist möglich. Dazu müssen Nutzende einfach nur die Fahrt in der App pausieren und das Schloss schließen. Die Ausleihe läuft während des Pausierens weiter und wird identisch berechnet.
Wie funktioniert die Rückgabe?
Das Bikesharing-System wird vollständig stationsbasiert ausgeführt, das heißt, die entliehenen Fahrräder müssen nach Gebrauch von den Nutzern auch wieder an den dafür vorgesehenen Stationen abgestellt werden. Um den Vorgang zu beenden, muss lediglich der kleine Hebel am Rahmenschloss nach unten gedrückt werden.
Was kostet die Nutzung?
Die Nutzung der App selbst ist kostenlos. Beim Fahrradsharing entstehen nur Leihkosten pro Fahrt, die je nach Radtyp und Dauer der Nutzung variieren. Bei der Rückgabe abseits von vorgesehenen Stationen kommt auf die Nutzende allerdings eine zusätzliche Servicegebühr zu.
Lina Wentzlaff
Quelle: Weserkurier (20.05.2026)